Wochenende in Barrancabermeja
Die Chalupa legt ab und nimmt Kurs Richtung Norden, nach Regidor. Was bin ich froh, wieder unterwegs zu sein. Es liegt ein zu ruhiges, langes Wochenende hinter mir. Die Guerilla der "Ejercito de Liberacion Nacional ELN" hatte einen bewaffneten, nationalen Streik angekündigt. Früher hatte das einschneidende Folgen, die Arbeiterviertel in Barrancabermeja wurden durch Straßensperren vom Rest der Stadt abgeschnitten. Spätestens, nachdem der erste Bus oder Taxi angezündet wurde, verwandelte sich Barranca in eine Geisterstadt. Man besorgte sich Lebensmittel für die kommenden Tage und verschanzte sich im Hause. Bei Gefechten habe man sich zusätzlich unter's Bett verkrochen. Es ist mir ein Rätsel, wozu das gut sein soll. Eine Art Totstellreflex möglicherweise. Wahrscheinlich ist es einfach erträglicher, etwas zu tun, als wie gebannt dem Schusswechsel zu zuhören und zu raten, ob er sich entfernt oder sich nähert. Im Jahre 2020 widersprechen sich die Informationen über die milit...